Elchtest bestanden.

Der neue SWR3-Reportagewagen ist mit modernster Technik ausgestattet.

Auf den ersten Blick ist das Fahrzeug nicht von einer normalen Familienkutsche zu unterscheiden. Lediglich die großen Elche an den Seiten, das SWR3-Logo und der etwas seltsam anmutenden Dachaufbau lassen darauf schließen, dass sich im Inneren des VW Sharan modernste Sendetechnik befindet. Mehr als ein Jahr wurde geplant und gebaut – jetzt ist ein Studio auf vier Rädern für schnelle Einsätze entstanden, mit dem Reporter unterwegs ihre Berichte produzieren, Veranstaltungen aufnehmen und per Satellit oder mobiles Internet (zum Beispiel per Audio-over-IP) direkt ins SWR3-Studio schicken können. Möglich macht das unter anderem ein kompaktes Pult von Lawo: das z4.

Das Projekt wurde gemeinsam von Lawo, den Subunternehmern Krämer (Karosseriewerk) und Transtel (Satellitenanlage) sowie dem SWR (Konzeption) entwickelt und umgesetzt. Dabei gehörten zu den Aufgaben von Lawo die Planung, die Verantwortung für Karosseriebau / Elektrokonzept (gemeinsam mit Karosseriewerk Krämer), Dachaufbau mit Uplink-Anlage von Transtel, Verkabelung, Installation der Komponenten und die Bereitstellung des Kleinmischpults z4. Es handelt sich um den kleinsten bisher von Lawo als Generalunternehmer gebauten Hörfunk-Ü-Wagen. Auf die Frage, warum Lawo als Generaluntenehmer ausgewählt wurde, antwortet Thomas Völlinger, Projektleiter beim SWR: „Lawo hat das attraktivste Angebot abgegeben." Völlinger äußert sich zufrieden über die Entscheidung: "Der SWR arbeitet schon seit Jahren vertrauensvoll und zur vollsten Zufriedenheit mit Lawo zusammen, ein weiterer Vorteil ist die räumliche Nähe zum SWR Baden-Baden.“

Trotz der kompakten Maße sind Arbeitsplätze für drei Personen im Inneren des VW Sharan vorgesehen: Ein drehbarer Technikplatz hinten, ein drehbarer Fahrersitz für den Reporter und ein drehbarer Beifahrersitz für einen Gast oder einen zweiten Reporter. „Eine eingehängte Arbeitsplatte vor dem Beifahrersitz schafft einen zweiten Arbeitsplatz, sodass auch zwei Reporter gleichzeitig arbeiten und sich sogar O-Töne gegenseitig austauschen können“, sagt SWR3-Reporter Josh Kochhann. Zum Workflow des neuen Reportagewagens führt Thomas Völlinger weiter aus: „Die SWR3-Reporter haben nun ein sehr flexibles und modernes Arbeitsmittel. Sie können recht unabhängig Beiträge zum Funkhaus per SAT oder UMTS (auch live) senden. Es ist jetzt sogar möglich, während eines Standortwechsels aus dem fahrenden Fahrzeug produzierte Beiträge per UMTS-Filetransfer ins Funkhaus zu übertragen.“ Bemerkenswert ist dabei, dass der Reportagewagen über Batteriebetrieb bis zu acht Stunden netzautark ist. 

Abschließend auf den Projektverlauf angesprochen, gibt Thomas Völlinger zu Protokoll: „Der Projektverlauf war sehr zufriedenstellend, Lawo ging immer sehr kompetent und kooperativ auf die Ideen des SWR ein.“ Die Vorplanung für dieses Projekt begann im November 2007, der Auftrag für den Bau wurde am 19.08.2008 erteilt und schon am 12.11.2008 wurde das Fahrzeug ausgeliefert. Vom Standort Stuttgart aus wird das Fahrzeug künftig – wie auch schon der „alte“ Elchbus 1 – zwischen Bodensee, Ulm, Hohenlohe und der Region Mannheim unterwegs sein.

Foto: SWR3 / Elisabeth Menzel