Arabische Nächte.
Record Lab nimmt armenisches Sinfonieorchester KOHAR in Syrien auf.
Die Söhne Mannheims und Thomas Godoj. Sasha und Peter Maffay. Oder jüngst ein katholischer Gottesdienst für das ZDF. Die Firma Record Lab aus Köln hat in den Bereichen Broadcasting und Live-Recording bereits einige Großveranstaltungen gestemmt. Eine der aufwendigsten und logistisch anspruchsvollsten Produktionen in diesem Jahr war aber sicher die Konzertreihe des armenischen Sinfonieorchesters KOHAR in Syrien. Dabei kamen sowohl im mobilen Recording Studio „Mobile One“ von Record Lab als auch im begleitenden Ü-Wagen „nobeo 1“ mc²66 Pulte von Lawo zum Einsatz.
Record Lab wurde als gesamtverantwortlicher Technikdienstleister für das komplette Projekt (also Audio, Video und die Produktion einer Making-of-DVD) verpflichtet. Vom TV-Dienstleiter nobeo wurde der Ü-Wagen „nobeo 1“ und ein Rüstwagen angemietet, von Record Lab war das hauseigene Tonmobil „Mobile One“ im Einsatz. Markus Maschke von Record Lab, der die Herstellungsleitung bei diesem Projekt übernahm, hatte bereits 2005 das KOHAR in Istanbul gemischt. Zusammen mit Ralph Kessler vom Ingenieurbüro Pinguin in Hamburg wird er auch die diesjährigen Aufnahmen aufbereiten. Als Produktionsleiter bei Record Lab fungierte Ralf Kerkeling.
Logistik und Produktion
Das Fernseh- und Recording-Equipment wurde in den drei Fahrzeugen an die Veranstaltungsorte gebracht, wobei der Aufbau in der Oper in Damaskus Record Lab vor keine logistische Herausforderung stellte. Ganz anders in Aleppo, da es sich beim Veranstaltungsort um eine Zitadelle handelte, die mit einem Wassergraben umgeben ist. Fahrzeuge können dort nicht in die Nähe des Aufführungsorts fahren: Das Equipment musste deshalb mit einem Kabelzug bis zur Burgmauer und von dort weiter mit Eseln auf schmalen Pfaden ins Innere der Zitadelle gebracht werden.
Die Beschallung wurde von Ralph Kessler projektiert und mit dem Ton- und Lichtfachmann Frank Golchert umgesetzt. Record Lab stand dabei beratend zur Seite, da die dafür vorgesehenen Mischpulte (FOH und Monitor) nur 48 Kanäle besaßen, die erforderliche Kanalzahl jedoch bei 112 lag. Es mussten 21 Submixe am Lawo mc²66 im „Mobile One“ erstellt und jeweils über MADI-Links digital an FOH und Monitor zurückgegeben werden. „Das Lawo-Pult im „Mobile One“ bietet die Möglichkeit, mit Snapshots zu arbeiten, was bei einer Vielzahl an Spuren das Leben sehr erleichtert. Ebenso verhält es sich mit den Signalen. Man hat vieles direkt im Blick, um gegebenenfalls sofort eingreifen zu können“, erläutert Ralf Kerkeling. Das mc²66 im „Mobile One“ verfügt über 48 vollbestückte und 8 teilbestückte Kanalzüge mit digitalen EQ, Filter, Limiter, Kompressor, Expander, Gate und Delay in jedem Kanal. Die 96 Eingänge können bei Bedarf auf 376 Eingänge in 48 Gruppen oder Summen erweitert werden.
Für die Produktion waren allein 30 Personen im Auftrag von Record Lab vor Ort – von Kameraleuten über Techniker bis hin zu den Kabelträgern. Insgesamt waren mit Orchester knapp 250 Menschen an der KOHAR-Tour beteiligt. Alle Konzerte waren ausverkauft: In Damaskus verfolgten jeweils 1.800 Zuschauer die Konzerte, in Aleppo jeweils 3.500. In seinem abschließenden Kommentar fasst Markus Maschke nochmals die Vorzüge des mc²66 bei einer aufwendigen Produktion wie dieser zusammen: „Das Pult ermöglicht aufgrund seiner Infrastruktur einen schnellen Zugriff auf Submixe, die verschiedensten Parameter und die einzelnen Ebenen. Dies war für uns in Syrien extrem wichtig, da wir ja auch noch in den Live-Mix mit eingebunden waren.“
Über Record Lab
Die Firma Record Lab aus Köln ist ein Fullservice-Unternehmen, das neben Live-Recording mit dem Mobile One unter anderem Dienstleistungen in folgenden Geschäftsbereichen anbietet: Broadcast-Service (Entertainment, Musik, Sport), Musikproduktionen, Audiopost, Consulting im Bereich Audiotechnik und technische Betreuung bei Großveranstaltungen. Das erfahrene Team legt Wert auf Qualität und nutzt Synergieeffekte aus mobilem und stationärem Tonstudio für die Komplettbetreuung auch komplexer Produktionen.

