Mobiles Sendestudio für Radio 24.
Radio 24 sendet mit voll integriertem mobilen Sendestudio.
J+C Intersonic realisierte einen komplett neuen Studiobus mit Unterstützung von Radio 24. Neben dem autarken Betrieb zur Produktion ist der Studiobus ein komplettes Sendestudio, welches zur vollständigen Anbindung zum Funkhaus nur zwei ISDN-Leitungen (Audio und Steuerung) benötigt und damit vollständig im Workflow integriert ist.
Zur technischen Ausstattung des Bus gehören ein Lawo zirkon Mischpult mit 12 Fadern, zwei CD-Player, ein MD-Player, ein Schnittsystem, Abhörlautsprecher, Beschallungslautsprecher, Funkmikrofone, Funkkopfhörer, ein Telefon, ein Mobiltelefon u.v.m.
Um die Vorbereitungszeit der Technik auf ein Minimum zu reduzieren, wurde kein Sendeausspielrechner (Digimedia) mit Server im Studiobus installiert, sondern es wird per Fernsteuerung auf das System des Sendestudios im Funkhaus zugegriffen. Dadurch ist kein Abgleich von Datenbanken notwendig, und man kann auf alle Elemente des zentralen Sendespeichers (Musik, Beiträge und Werbung) sekundenschnell, aktuell und vollständig zugreifen.
Da das Sendungfahren über die Fernbedienungssoftware Digiremote nicht identisch ist mit der Bedienung im Sendestudio, kam der Wunsch auf, die Ausspielwege zusätzlich auf Fader zu legen, damit man in der Lage ist, z.B. über Backgroundmusik zu moderieren, deren Pegel manuell abgesenkt werden muss oder Titel zu blenden.
Dazu installierte J+C ein weiteres zirkon System im Geräteraum des Senders. Dort werden u. a. der Programmsumme des Studiobusses die Ausspielwege der Sendeablaufsteuerung zugemischt. Ein Faderbedienteil (4 Fader) im Studiobus wird zur Fernbedienung des Zirkon im Geräteraum genutzt. Das Digimedia ist zudem via serielles Protokoll über ein kundenspezifisch entwickeltes Softwaremodul an das Zirkon angeschlossen, da das Digimedia nicht das original Monitora-Protokoll implementiert hat.
Neben Faderstart der einzelnen Kanäle und PFL steuert nun das Digimedia die Motorfader des Zirkon. Dies verbessert sogar das Handling gegenüber dem momentanen Sendestudio.
Diese Kombination ermöglicht es z.B. aus dem Automationsbetrieb heraus die Kontrolle des Digimedia von dem Sendestudio ohne Unterbrechung auf den Studiobus umzuschalten.
Damit war ein weiteres Ziel verwirklicht: Zum Aktivieren des Studiobusses muss niemand im Sender assistieren. Die Bedienung danach erfolgt sowieso unabhängig. Für Sendungen, die Samstag nachts stattfinden, wird niemand zusätzlich im Sender benötigt.
Da der Bus einen wirklichen Ersatz des Sendestudios darstellen soll, sind auch die ISDN-Codecs (Verkehrsservice, parallele Fussballübertragungen usw.) an dem Zirkon im Geräteraum angeschlossen. Für den Fall, dass die Codecs genutzt werden, kann ein Faderbedienteil (4 Fader) vom Zirkon System des Studiobus auf das zirkon System im Geräteraum umgeschaltet werden und ermöglicht die gleichzeitige Bedienung der ISDN-Codecs.
Auch der Nachrichtensprecher aus dem Sendestudio kann auf Sendung gehen, wobei der Fader im Studiobus bedient wird.
Die zirkon Faderbedienteile sind mit einem speziellen Ethernet-Adapter über ISDN (ein B-Kanal - 64 kBit) an das zirkon im Geräteraum angeschlossen. Das zirkon bietet dabei die einzigartige Möglichkeit, die Datenrate der Bedienfeldkommunikation zu begrenzen, so dass dies zuverlässig funktioniert. Die Bedienung ist trotz der Umsetzung und der «Leitungslänge» extrem flüssig. Der Aufbau der Steuerungsverbindung über ISDN erfolgt automatisch mit dem Einstecken des ISDN-Anschlusses innerhalb von 100 ms.
Audioseitig ist der Studiobus über einen AETA Hifiscoop 3 ISDN-Codec über 4SB mit separatem Kommandokanal/3 kHz (jeweils mono, zusammen 2 B-Kanäle) mit dem Funkhaus verbunden.
Der 4SB ADPCM ermöglicht es, die Gesamtmischung (Studiobus und Geräteraum) mit einer sehr geringem Verzögerung (8msec) abzuhören. Daher kann ein sehr schnell gemischtes Programm «gefahren» werden.
Durch die flexible Konfiguration der zirkon Systeme und der Software «Vis-Tool» ist es möglich, dass sich die beiden Mischpulte (im Studiobus und im Geräteraum) mit den begrenzten Audioübertragungswegen (2 Kanäle) wie EIN Mischpult «anfühlen». Funktionen wie PFL, Aufnahmeschiene sämtlicher Quellen (auch Geräteraum) mit Senke im Studiobus, separates Kommando auf die verschiedenen Einspielwege (Sendestudio, Funkkopfhörer, Codec - teilweise mit Rotlichtverriegelung), Abhören usw. konnten daher sehr intuitiv bedienbar gemacht werden. Auch die Betriebszustände «Stand alone» und «Sendestudio» werden durch spezifische Verriegelungen sauber in der Bedienung unterschieden.
Das gesamte System des Studiobusses wurde von der Bedienung her zum einen an das Sendestudio, zum anderen an die spezifischen Gegebenheiten des mobilen Einsatzes angepasst. Dadurch kann mit einem minimalen Schulungsaufwand jeder DJ seine Sendung auch aus dem Studiobus fahren und zusätzlich die erweiterten Möglichkeiten (z.B. Reporter mit Funkmikrofonen usw.) einsetzen.
J+C Intersonic AG realisierte das Projekt als Systemhaus. Nach der Konzeption und Planung wurden die Multisysteme, sämtliche IT-Komponenten, ISDN-Codecs, diverse Peripherie, die Inneneinrichtung mit Möbel geliefert, installiert und verkabelt. Danach wurde die gesamte Programmierung bis zur Inbetriebnahme durchgeführt.
Das Projekt wurde innerhalb von vier Monaten nach der Entscheidung resp. Bestellung erfolgreich abgeschlossen.
Mit freundlicher Genehmigung von J+C Intersonic
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